Das COI-NEXT Symposium 2026 wurde abgehalten.
Gemeinsam die „Zukunftsform“ der Primärwirtschaft gestalten
Die Technische Universität Nagaoka veranstaltete im Jahr 2026 ein Symposium unter dem Motto „Die Zukunft der Primärwirtschaft“, bei dem die drei COI-NEXT-Standorte (Nagaoka, Akita und Okinawa) an einem Ort zusammenkamen. Dieses Symposium bot eine wertvolle Gelegenheit, Forschungsergebnisse auszutauschen und zukunftsorientierte Diskussionen zu führen, wobei die drei Bereiche Reisfelder, Wälder und Meer – Symbole der japanischen Primärwirtschaft – miteinander verknüpft wurden. Zahlreiche Teilnehmer nahmen sowohl vor Ort als auch online teil, sodass ein Forum entstand, in dem die Zukunft der Primärwirtschaft aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurde.
■ Begrüßungsrede

Zu Beginn der Veranstaltung wies Rektor Kamado darauf hin, dass die COI-NEXT-Initiative nun bereits ihr fünftes Jahr erreicht habe, und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit der drei Standorte bei der Gestaltung einer Zukunftsvision für die Primärwirtschaft. Der Rektor betonte: “Die Primärindustrie ist das Fundament, das Japans Traditionen, Kultur und das Leben der lokalen Gemeinschaften gestützt hat, und ihre Nachhaltigkeit steht in direktem Zusammenhang mit der Zukunft.” Er rief die Teilnehmer dazu auf, die Zukunft der Primärindustrie als „ihre eigene Angelegenheit“ zu betrachten. Darüber hinaus ging er auf die gemeinsame Ausstellung der drei Standorte auf der BioJapan ein, die im Oktober dieses Jahres in Yokohama stattfindet, und hob die Bedeutung hervor, den Wert der Primärindustrie im In- und Ausland zu vermitteln. Der Rektor stellte klar, dass die Kommunikation nach außen nur ein Teil der Ergebnisse sei und dass gerade dieses Symposium „der wichtigste Ort ist, um regionale Herausforderungen zu teilen und gemeinsam über die Zukunft nachzudenken“.
■ Vorstellung der einzelnen Standorte
● Standort Nagaoka (Technische Universität Nagaoka)
Wataru Ogasawara, Projektleiter, stellte die Wertschöpfung im Bereich der Reis- und Fermentationskultur vor, deren Kern das Konzept der „acht Millionen Freuden“ bildet. Neben den gesellschaftlichen Hintergründen rund um den Reis – wie den durch die „Reisunruhen“ symbolisierten Schwankungen von Angebot und Nachfrage sowie der Instabilität der Reispreise – wurden auch die Forschungsaktivitäten am Standort Nagaoka vorgestellt, darunter die wissenschaftliche Überprüfung der Frischeerhaltung durch die Lagerung in Schneekammern. Zudem wurden Initiativen vorgestellt, mit denen regionale Ressourcen weltweit bekannt gemacht werden, darunter die internationale Verbreitung der Fermentationskultur und der Austausch mit ausländischen Besuchern auf der BioJapan. Insbesondere die Perspektive, „sichtbare Prozesse“ als Wert neu zu definieren, fand als neuer Ansatz zur Steigerung der Transparenz und Vertrauenswürdigkeit der Primärindustrie große Beachtung. Es wurden Initiativen hervorgehoben, die traditionelle japanische Kulturgüter wie Reis, Koji und Fermentierung wissenschaftlich sichtbar machen und an die nächste Generation weitergeben.
● Standort Akita (Präfekturuniversität Akita)
Katsuhiko Takada, Projektleiter, stellte unter dem Thema „Wertwandel des Waldes“ Forschungsarbeiten vor, die darauf abzielen, Waldressourcen in Zukunftswerte umzuwandeln. Vor dem Hintergrund der dringenden aktuellen Situation in der Präfektur Akita, die von Bevölkerungsrückgang und Überalterung geprägt ist, wurde eine Vision vorgestellt, die darauf abzielt, die dort lebenden Menschen dazu zu bringen, die Vorzüge ihrer Region – die sie als „selbstverständlich“ ansehen – bewusst wahrzunehmen und zu schätzen, Stolz darauf zu entwickeln und sich aus eigenem Antrieb dafür zu entscheiden, weiterhin in Akita zu leben. Dazu sollen Ökosystemleistungen, insbesondere im Bereich Holz, mit „autonomem Wohlstand“ verknüpft werden. Es wurde über vielfältige Entwicklungen berichtet, darunter Technologien zur dreidimensionalen Formgebung von Holz, die Weiterentwicklung von Holzwerkstoffen, die Förderung regionaler Unternehmer sowie internationale Kooperationen, und es wurden Initiativen zur Wiederbelebung der lokalen Gemeinschaften unter Nutzung der Waldressourcen vorgestellt.
● Standort Okinawa (Universität Ryukyu)
Projektleiter Akihiro Takemura stellte Initiativen für eine nachhaltige Landzucht vor, bei der Landwirtschaft und Fischzucht miteinander verbunden sind. Das Kreislaufmodell, das IKT, erneuerbare Energien und Aquaponik kombiniert, findet als neues Produktionssystem zur Deckung der weltweit steigenden Nachfrage nach Fischereierzeugnissen große Beachtung. Darüber hinaus zeichneten sich die Projekte durch wissenschaftliche Ansätze aus, darunter Forschungen zur Steuerung des Fischwachstums durch Licht und Salzgehalt, die Weiterentwicklung geschlossener Kreislaufsysteme sowie die Verwertung ungenutzter Ressourcen als Futtermittel. Außerdem wurden die gesellschaftlichen Auswirkungen der Forschungsergebnisse vorgestellt, darunter Initiativen zur Umsetzung in die Praxis durch die Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft, Behörden und Finanzsektor sowie Beispiele für die Bereitstellung auf der Weltausstellung.

Projektleiter
Wataru Ogasawara, Technische Universität Nagaoka

Projektleiter
Katsuhiko Takada, Präfekturuniversität Akita

Projektleiter
Akihiro Takemura, Universität Ryukyu
■ Podiumsdiskussion
In der Podiumsdiskussion entwickelte sich eine Debatte, in der sich die Praxis der Primärwirtschaft und die Forschung überschneiden.
● Herr Takakazu Miyauchi, Hanamizu Nosan GmbH (Landwirtschaft – Reisfelder)
Es wurde über die schwierige aktuelle Lage der Landwirtschaft berichtet, darunter der Geburtenrückgang und die Überalterung der Bevölkerung, der Mangel an Nachfolgern sowie die Belastungen in Berg- und Mittelgebirgsregionen. Andererseits wurde auch über Initiativen gesprochen, die jungen Menschen “Sinn” und ein “sicheres Einkommen” bieten sollen, darunter die Herausforderung einer “gesteuerten Landwirtschaft” unter Einsatz von Robotik, der Verkauf von Tofu aus Sojabohnen sowie der Anbau von Erdbeeren in Gewächshäusern unter Nutzung von Reisschalenheizkesseln.
● Herr Isamu Yoshida, ARK Co., Ltd. (Land- und Meeresaquakultur)
Es wurde deutlich, wie wichtig die umfassende gesellschaftliche Umsetzung eines Produktionsmodells ist, das Fisch und Algen kombiniert – von der Entwicklung der Anlagen bis hin zum Vertrieb. Zudem fand die Initiative, bei der Spitzenköche für den „Geschmack“ bürgen, als Ansatz zur wissenschaftlichen Untermauerung des Wertes von Lebensmitteln große Beachtung.


● Herr Hideyuki Yamashita, Higuchi Matsunosuke Shoten Co., Ltd. (Fermentierung, Koji)
Es wurde auf den Wert von “Koji” hingewiesen, der in Japan noch nicht ausreichend verstanden wird, und dabei die Bedeutung der Aufklärung sowie eine Neubewertung der Fermentationskultur angesprochen. Es wurde aufgezeigt, dass „Koji“ im Ausland zwar Aufmerksamkeit erregt, sein Wert in Japan jedoch bislang nicht ausreichend vermittelt wurde.
● Herr Koji Adachi vom Forschungsinstitut für fortschrittliche Holzverarbeitung der Präfekturuniversität Akita (Holz und Wald)
Es wurde die Sichtweise dargelegt, dass neben „Kleidung, Nahrung und Wohnen“ auch die „Mobilität“ die Lebensqualität beeinflusst, und es wurde über eine Zukunftsvision gesprochen, die nicht von fossilen Ressourcen abhängig ist. Dabei wurde erneut der Wert der Nutzung von Holz als alltäglichem Rohstoff hervorgehoben.


■ Zusammenfassung
Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass es Werte gibt, die uns zwar vertraut sind, die wir aber bisher nur als „irgendwie gut“ wahrgenommen haben. Aufgrund mangelnder Aufklärung haben wir viele dieser Werte übersehen. Wenn man beispielsweise fragt: „Warum ausgerechnet Holz?“, haben die Japaner, die Holz seit jeher nutzen, lediglich eine intuitive Wahrnehmung davon, dass es „gut“ ist, ohne dass sie dies belegen können. Genau deshalb ist es notwendig, dass Forscher und unabhängige Dritte diesen Wert wissenschaftlich belegen, ihn „sichtbar machen“ und vermitteln. Darüber hinaus muss neben dem „Wert“ als Wissen auch der „Wert“ als Erfahrung (Gefühl) vermittelt werden. Als eine Möglichkeit dafür wurde auch die Bedeutung der „Bildung“ anerkannt, die von Bildungseinrichtungen wie Universitäten übernommen wird. Die Initiativen an den drei Standorten übernehmen genau diese Aufgaben. Regionale Ressourcen wissenschaftlich untersuchen, ihren Wert sichtbar machen und für die Zukunft sichern. Es wird erwartet, dass diese Zusammenarbeit die Grundlage für die Gestaltung der „Zukunftsform“ der Primärindustrie bildet.
■ Schlusswort

Abschließend wies Fumihiro Haga, stellvertretender Projektleiter am Standort der Universität Ryukyu, auf folgende gemeinsame Schwerpunkte der drei Standorte hin: „Wasser“, „Technik“, „Mikroorganismen“ Es wurde vorgeschlagen, dass diese drei Schlüsselbegriffe genannt werden könnten. Sie bilden die Grundlage für die Verbindung der unterschiedlichen Bereiche – Reisfelder, Wälder und Meer – und stellen wichtige Gesichtspunkte für die Vertiefung der künftigen Zusammenarbeit dar. Außerdem findet vom 7. bis 9. Oktober BioJapan 2026 Im Hinblick auf die gemeinsame Ausstellung an den drei Standorten wurde erklärt, dass die Standorte gemeinsam kontinuierlich nach Wegen suchen werden, wie Forschung und Kommunikation die Zukunftsperspektiven der Primärwirtschaft aufzeigen können.
Mit diesen Erwartungen an die künftige Zusammenarbeit wurde das Symposium beendet.

* Exkursion
Um den Teilnehmern dieses Symposiums ein tieferes Verständnis der am Standort Nagaoka ansässigen Einrichtungen zu vermitteln, haben wir vor Beginn des Symposiums eine Exkursion organisiert.
Dieses Mal habe ich folgende Orte besucht.
・ Zentrum für regionale GX-Innovation und gemeinsame Entwicklung der Technischen Universität Nagaoka
・ Vertragsanbauflächen der Hyakusho-kai GmbH
(einschließlich einer Besichtigung der Testfahrten des kleinen Unkrautbekämpfungsroboters, der am COI-NEXT-Standort in Nagaoka entwickelt wird)
・ Eguchi Dango GmbH
Es war zwar unser erster Versuch, aber bei den Teilnehmern kam er sehr gut an.
Wir möchten auch bei den künftigen Veranstaltungen dieses Zentrums aktiv Exkursionen einbauen.
An alle, die leider nicht teilnehmen konnten: Wir freuen uns schon auf Ihre Teilnahme beim nächsten Mal.




